Fortbildung „osteopathische Verfahren“ für Ärzte bei der DGMM fußt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen

 
Osteopathie und osteopathische Verfahren sind ein Bestandteil der Manuellen Medizin und erweitern sie in bestimmten Bereichen.
Eine der Wurzeln der Manuellen Medizin, wie sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt wurde, ist die Osteopathie. Man versteht darunter die von A. T. Still in den USA in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts begründete Lehre, die mit Handgrifftechniken unterschiedlicher Art die Beweglichkeit verschiedenster menschlicher Gewebe wie Gelenken, Muskeln, Faszien, bindegewebige Aufhängungen innerer Organe, bindegewebige Gleitstrukturen um Nervenhüllen oder an Suturen des knöchernen Schädels ansetzender Faszien und Muskeln verbessert. Die Techniken der Kraniosakraltherapie zielen auf die manuelle Untersuchung und Behandlung inherenter Rhythmen des menschlichen Organismus. Allen diesbezüglichen Vorstellungen und Techniken ist gemeinsam, daß das untersuchende und behandelnde Organ die Hand des Therapeuten ist.
Viele der osteopathischen Verfahren  sind wirksam anzuwenden, sind teilweise empirisch belegt und stehen auf wissenschaftlich nachvollziehbaren Denkmodellen. So sind sie zum Teil in die Manuelle Medizin eingeflossen. Andere Teile der Osteopathie hingegen fußen auf Erklärungsansätzen, die – bislang– noch nicht wissenschaftlich abgesichert und begründbar sind. Es existiert dazu jedoch ein großes Maß an Empirie. Deshalb wird es eine Aufgabe der nächsten Jahre sein, Verfahren z.B. der Kraniosakraltherapie hinsichtlich ihrer Evidenz zu überprüfen.
 
Osteopathische Techniken sind integriert
In den Fortbildungscurricula „osteopathische Verfahren“ der DGMM – Gesellschaften werden die osteopathischen Techniken (parietal, viszeral, kraniosakral) sinnvoll in die Manuelle Medizin bzw. die Medizin generell integriert.
 
 
Die DGMM lehnt ein eigenständiges Berufsbild „Osteopath“ und eine eigenständige „osteopathische Medizin“ ab.
Den Bestrebungen, ein Berufsbild des Osteopathen mit eigener Diagnose- und Therapieverantwortung in Deutschland und in Europa einzuführen, steht die DGMM vehement entgegen. Jede Anwendung von Heilkunde, so auch Manuelle Medizin oder osteopathische Verfahren, setzt eine nach allen Regeln der ärztlichen Kunst erstellte medizinische Diagnose und Differenzialdiagnose voraus.  Nur daraus kann eine Therapie abgeleitet und nur so können Indikationen und Kontraindikationen beurteilt werden. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen und besonders mit den Physiotherapeuten, die manuelle Therapie und osteopathische Verfahren anwenden, ist dabei unbedingte Voraussetzung.
 

 

Ausführliche Stellungnahme der DGMM zur Osteopathie (PDF)

 

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat in seiner Sitzung vom 28. August 2009 folgende Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Beirats zustimmend zur Kenntnis genommen:

Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren (PDF)

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• DGPMR/DGMM – Kongress 2016 in Gießen
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• Orthopäden und Unfallchirurgen lehnen den eigenständigen Beruf des Osteopathen ab >>

• DGMM Positionspapier zur "Osteopathie" in Deutschland >>

• Manuelle Medizin im Kindesalter – DGMM-Konsens zu Symptomenkomplexen, Diagnostik und Therapie >>

• Offener Brief zum Thema Osteopathie >>

• Erklärung der DGMM zu "Osteopathie" >>

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